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Prägender Bestandteil der Landschaft im 'Hohen Vogelsberg' sind seine ausgedehnten Wälder. Dieser Bereich wird umschlossen vom Naturraum der 'Untereren Bergregion' und des 'Hügelsvorlandes', einer charakteristischen Heckenlandschaft. Der Übergang ist fließend: Wälder, Wiesen und Felder gehen ineinander über, wobei mit abnehmender Höhe der Waldanteil geringer wird und im unteren Bereich der Anteil der Felder zu Lasten der Wiesen zunimmt. Gerade mit diesem 'Ineinanderübergehen' hat der Mensch hier eine einzigartige Landschaft geformt, die noch mehr als der Oberwald einer natürlichen 'Parklandschaft' gleicht.

Bild: Vogelsberghecken - typisch für die Untere Bergregion.
Vogelsberghecken schützen die Flur Seit Jahrhunderten haben Bauern Steine von Wiesen und Äckern 'gelesen' und an deren Rändern abgelegt - sie tun es immer noch. Die Steine verwittern langsam. Laub vermodert in den Zwischenräumen. Vögel, Kleingetier, der Wind tragen Samen hinzu. Hecken wuchern bald aus dem Geröll - Vogelberghecken. Hecken schützen die Landschaft vor Erosion. Gerade an den Hanglagen zu 'Hohen Vogelsberg' hin ist das wichtig. Hecken schützen vor Wind und Sturm und damit vor Austrocknung der Böden. Übrigens: Je kleiner die Parzellen waren und sind, desto dichter stehen die Hecken. Wenn die ersten Himbeeren in den hecken reifen, blühen die Brombeeren noch und bringen erste Fruchtansätze. Sind die Brombeeren reif, ist es bald Herbst und es dauert nicht mehr lange, bis auch die Früchte des 'Schwarzen Holunders' genießbar sind - für Menschen und für Vögel. Von den Vogelbeeren, Hagebutten, Mehlbeeren, Schlehen und wildem Schneeball ernähren sich mehr als 60 Vogelarten. - Von den Vogelsbergern wird berichtet, dass sie im 19. Jahrhundert nach späten Frostperioden saure Schlehen statt Kirschen als Wintervorrat einwecken mussten.

Bild: Raps bringt im Frühjahr gelbe Flächen ins Land.
Landwirtschaft Im Gebiet des Heckengürtels, der den 'Hohen Vogelsberg' umgibt, wird fast ausschließlich Grünlandwirtschaft betrieben. Feldwirtschaft findet man dort selten und wenn doch vereinzelt Getreide angebaut wird, dann Futtergetreide, besonders Hafer und Wintergerste. Hinzu kommt Mais, der einmal frisch als Schreddergut verfüttert wird, zum anderen aber auch als Silage. Ähnlich verhält es sich mit Gras. Es wird im Sommer als Grünfutter, im Winter als Heu gefüttert, zudem aber auch als Gras- bzw. Heusilage - zwischengelagert in Folienballen an Wegerändern in der Flur. Getreidestroh, in Ballen gepresst oder gerollt und in den Scheunen gelagert, dient als Streu im Stall. Raps bringt im Frühjahr gelbe Flecken in das Land. Die geernteten Samen werden an Ölmühlen geliefert, dort meist zu Industrieölen verarbeitet, da Raps oft auf solchen Flächen angebaut wird, die nach EU-Richtlinien der Nahrungsmittelproduktion entzogen sind.
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